Kurz gesagt
Zahlen wie 800, 835 oder 925 sind Feingehalte in Tausendsteln und kennzeichnen massives Silber: 925 bedeutet 92,5 Prozent Silber. Zahlen wie 90 oder 100 auf Besteck geben dagegen die Stärke einer Versilberung an, das Besteck besteht also aus unedlem Metall mit Silberauflage. Ältere österreichische Stücke tragen oft die Dianakopf-Punze mit einer Ziffer von 1 bis 4.
Was bedeuten 800, 835 und 925 auf Silber?
Dreistellige Zahlen wie 800, 835 oder 925 geben den Feingehalt in Tausendsteln an. Sie kennzeichnen massives Silber. 925 heißt: 925 von 1.000 Teilen sind reines Silber, der Rest ist meist Kupfer, das die Legierung härter macht.
| Punze | Feinsilberanteil | Typisch für |
|---|---|---|
| 999 | 99,9 % | Silberbarren und Anlagemünzen |
| 925 | 92,5 % | Sterlingsilber: Schmuck, Besteck, Tafelgeräte |
| 900 | 90 % | ältere Münzen und Besteck |
| 835 | 83,5 % | Besteck und Tafelsilber |
| 830 | 83 % | Besteck, häufig aus Skandinavien |
| 800 | 80 % | Besteck, Becher und Tafelsilber |
Deutsches Silber ab 1888 trägt neben der Zahl oft Halbmond und Krone. Britisches Sterlingsilber ist häufig mit einem schreitenden Löwen gekennzeichnet.
Was bedeuten 90 und 100 auf Besteck?
Zwei- und dreistellige Zahlen wie 90 oder 100 geben bei Besteck die Stärke einer Versilberung an, nicht den Feingehalt. Sie besagen, wie viele Gramm Silber auf 24 Quadratdezimeter Oberfläche aufgetragen wurden. Das entspricht etwa zwölf Esslöffeln und zwölf Gabeln.
| Zahl auf Besteck | Bedeutung | Art |
|---|---|---|
| 800, 835, 925 | Feingehalt in Tausendsteln | massives Silber |
| 90, 100, 110 | Gramm Silber je 24 dm² | versilbert, kräftige Auflage |
| 40, 60, 80 | Gramm Silber je 24 dm² | versilbert, dünnere Auflage |
| EPNS, Alpacca | Neusilber als Grundmetall | versilbert oder ohne Silber |
Achten Sie auf die Nullen: 80 ist eine Auflagestärke, 800 ein Feingehalt. Versilbertes Besteck kaufen wir je Kilogramm an, massives nach Gramm. Mehr dazu im Ratgeber Ist versilbertes Besteck etwas wert?
Wie lese ich die österreichische Dianakopf-Punze?
Viele ältere Silberstücke aus Österreich tragen die Dianakopf-Punze. Sie zeigt den Kopf der Göttin Diana und wurde in Österreich-Ungarn von 1866 bis 1922 verwendet. Die Ziffer in der Punze gibt den Feingehalt an:
| Ziffer | Feingehalt | Feinsilberanteil |
|---|---|---|
| 1 | 950 ‰ | 95 % |
| 2 | 900 ‰ | 90 % |
| 3 | 800 ‰ | 80 % |
| 4 | 750 ‰ | 75 % |
Die Ziffer 3 steht also für Silber mit 800, wie es bei Besteck verbreitet ist. Auch Stücke mit der Ziffer 4 sind massives Silber, obwohl ihr Feingehalt unter 800 liegt.
Ältere Stücke tragen manchmal Lot-Angaben statt Tausendstel. 16 Lot standen für reines Silber, 13 Lot entsprechen etwa 812 und 12 Lot 750.
Welche Zeichen bedeuten kein massives Silber?
Manche Kennzeichnungen weisen darauf hin, dass ein Stück nur versilbert ist oder gar kein Silber enthält:
- EPNS steht für Electroplated Nickel Silver, galvanisch versilbertes Neusilber.
- Alpacca ist Neusilber, eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink ohne Silber.
- Zahlen wie 40 bis 110 bezeichnen eine Silberauflage.
Ein weiterer Hinweis sind abgeriebene Stellen an Kanten und Rückseiten, an denen ein gelbliches oder graues Grundmetall durchscheint.
Wo finde ich die Punze auf Besteck und Silber?
Bei Besteck sitzt die Punze meist auf der Rückseite des Stiels, oft zusammen mit einem Herstellerzeichen. Bei Messern finden Sie sie am Griff oder an der Zwinge zwischen Griff und Klinge. Kannen, Becher und Schalen tragen die Punze in der Regel am Boden oder am Rand.
Die Zeichen sind oft sehr klein und durch jahrelanges Spülen und Polieren abgegriffen. Eine Lupe und gutes Licht helfen beim Lesen.
Was gilt bei Messern mit Silbergriff?
Bei vielen Messern ist nur der Griff aus Silber. Er ist meist hohl und mit einer Füllmasse ausgegossen, die Klinge besteht aus Stahl. Füllung und Klinge zählen nicht als Silber.
Wir berücksichtigen nur den Silberanteil und erklären Ihnen bei der Bewertung, wie wir ihn ermitteln. Versilberte Messer bilden beim Ankauf eine eigene Preisklasse.
Muss ich die Punze selbst lesen können?
Nein. Punzen sind ein guter Hinweis, aber oft klein, abgegriffen oder ungewohnt. Bei der Bewertung lesen wir die Kennzeichnung und messen den Feingehalt ohnehin per Röntgenfluoreszenz-Analyse (RFA), zerstörungsfrei und vor Ihren Augen. So klären wir auch, ob ein Stück massiv oder versilbert ist.
Sie müssen Ihr Silber vorher weder sortieren noch polieren. Angelaufenes Silber verliert dadurch nicht an Feingehalt. Hersteller und Zustand spielen für den Ankauf keine Rolle, bezahlt wird das Material. Die Bewertung bei Ländlegold in der Stiglingen 1 in Dornbirn ist kostenlos und unverbindlich, ein Termin ist nicht nötig. Einzelheiten zum Ankauf lesen Sie unter Silberbesteck verkaufen.
Häufige Fragen
Was bedeutet 925 auf Silber?
925 bedeutet, dass 925 von 1.000 Teilen reines Silber sind, also 92,5 Prozent. Diese Legierung heißt Sterlingsilber und ist bei Schmuck und Besteck verbreitet.
Was bedeutet 800 auf Besteck?
800 kennzeichnet massives Silber mit 80 Prozent Silberanteil. Diese Legierung ist bei älterem Besteck aus dem deutschsprachigen Raum häufig.
Ist Besteck mit der Zahl 90 aus Silber?
Nein, nur die Oberfläche. 90 bedeutet, dass 90,00 Gramm Silber auf 24 Quadratdezimeter Oberfläche aufgetragen wurden. Das Besteck ist versilbert.
Was ist der Unterschied zwischen 80 und 800?
80 ist eine Auflagestärke und bedeutet versilbertes Besteck. 800 ist ein Feingehalt und bedeutet massives Silber. Achten Sie deshalb genau auf die Zahl der Ziffern.
Was bedeutet ein Frauenkopf mit einer Ziffer auf altem Silber?
Das ist meist die Dianakopf-Punze aus Österreich-Ungarn, verwendet von 1866 bis 1922. Die Ziffer gibt den Feingehalt an: 1 steht für 950, 2 für 900, 3 für 800 und 4 für 750.
Was bedeutet EPNS auf Besteck?
EPNS steht für Electroplated Nickel Silver, also galvanisch versilbertes Neusilber. Das Grundmetall enthält kein Silber, nur die Auflage.
Muss ich mein Silber vor der Bewertung polieren?
Nein. Angelaufenes Silber hat denselben Feingehalt wie poliertes. Bringen Sie es so, wie es ist.